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Text and Translation – Sabine Klewe
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Interview mit Sabine Klewe

Inzwischen ist der vierte Krimi um die Fotografin Katrin Sandmann erschienen, die von mir immer wieder in haarsträubende Abenteuer geschickt wird und kniffelige Rätsel löschen muss. Ein guter Grund für Katrin, sich mal ihre Autorin vorzunehmen und ihr im Interview Löcher in den Bauch zu fragen.


Katrin:
Schriftstellerin: Ist das Berufung, Fluch oder einfach nur ein Job wie jeder andere?
Sabine:
Sehr gute Frage. Ich denke, es ist tatsächlich ein bisschen von allem. Es ist Berufung für mich, denn es ist die Arbeit, die mich am meisten erfüllt und befriedigt, es ist Fluch, weil man sich immer wieder mal in seinen Geschichten verheddert oder von seinen Figuren aufs Kreuz gelegt wird und alles neu planen muss, und es ist ein Job wie jeder andere, weil er neben Talent auch Fachwissen, Disziplin und Fleiß erfordert.
Katrin:
Seit wann weißt du, dass du Schriftstellerin sein willst?
Sabine:
Vermutlich schon, seit ich lesen kann. Und das war bereits, bevor ich in die Schule kam. Allerdings hat sich dieser Wunsch Zeit gelassen, konkrete Formen anzunehmen.
Katrin:
Hast du denn als Kind auch schon geschrieben?
Sabine:
Klar. Ich habe in jeder freien Sekunde Schulhefte vollgekrakelt und Zettel beschmiert, vor allem aber im Kopf geschrieben. Der ist noch voller Geschichten, die unbedingt aufs Papier wollen.
Katrin:
Wie hast du einen Verlag für deinen ersten Roman gefunden?
Sabine:
Überhaupt nicht. Meinen ersten Roman habe ich mit sechzehn geschrieben. Es handelt sich um eine Art Fantasy-Märchen mit dem Titel ‚Die gläserne Macht’. Ein Kinderbuchverlag hätte das Manuskript damals beinahe genommen, aber dann ist doch nichts daraus geworden. Seither fristet es ein Schattendasein in irgendeiner Schublade. Aber vielleicht kommt seine Zeit ja noch.
Katrin:
Was sind deiner Meinung nach die Eigenschaften, die eine Schriftstellerin besonders auszeichnen?
Sabine:
Sie liest leidenschaftlich gern. Sie hat eine überbordende Fantasie, und sie kann sich in andere Menschen einfühlen, die Welt mit fremden Augen sehen.
Katrin:
Wann kommen dir die besten Ideen?
Sabine:
Immer dann, wenn ich loslasse, beim Spazierengehen, beim Radfahren, in der Sauna. Manchmal sogar am Schreibtisch, glücklicherweise.
Katrin:
Was wärst du, wenn du nicht Schriftstellerin wärst?
Sabine:
Dann wäre ich vermutlich Bibliothekarin oder Buchhändlerin, jedenfalls würde ich etwas tun, das mit Büchern zu tun hat – und ich würde heimlich an meinem ersten Roman schreiben …
Katrin:
Was ist das besondere am Schriftstellerberuf?
Sabine:
Schriftsteller ist man vierundzwanzig Stunden am Tag. Man arbeitet immer, nicht nur, wenn man am Schreibtisch sitzt, sondern auch, wenn man aus dem Fenster sieht, wenn man einkaufen geht, mit Freunden im Restaurant sitzt. Das ist wunderbar, aber auch ungeheuer anstrengend.
Katrin:
Warum gerade Krimi? Fasziniert dich das Verbrechen?
Sabine:
Nicht das Verbrechen, nur die menschlichen Abgründe. Menschen sind das Spannendste, über das man schreiben kann.
Katrin:
Aber das hat man doch auch in anderen Büchern. Und vielleicht sogar auf höherem Niveau als im Krimi. Der ist doch in erster Linie Unterhaltungsliteratur, oder nicht?
Sabine:
Quatsch. Kein Krimi ist einfach nur Unterhaltungsliteratur. Es steckt immer mehr darin, Psychologie, Philosophie, Gesellschaftskritik. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Romanen ist er dabei noch ungeheuer spannend und unterhaltsam.
Katrin:
Du hast also keine Lust, dich mal in einem andere Genre zu versuchen? Vielleicht mal einen Liebesroman zu schreiben?
Sabine:
Klar, habe ich das. Ich möchte immer wieder neue Dinge ausprobieren. Deshalb habe ich ja auch angefangen, historische Kriminalromane zu schreiben. Also warum nicht auch mal einen Liebesroman? Vermutlich würde ich aber auch dort eine winzige Kriminalhandlung einbauen, vielleicht in Form eines dunklen Familiengeheimnisses …
Katrin:
Aber du schreibst auf jeden Fall weiter an deiner Krimireihe mit mir, will ich hoffen?
Sabine:
Natürlich. Die macht mir nämlich nach wie vor einen riesigen Spaß.
Katrin:
Und du kommst ja nicht auf die Idee, mich irgendwann umzubringen? Ich bin schließlich deine Hauptfigur.
Sabine:
Keine Sorge. Obwohl …
Katrin:
An dieser Stelle müssen wir leider Schluss machen. Sabine Klewe, herzlichen Dank für das interessante Interview.
Sabine:
Gern. Mir hat es auch sehr viel Freude gemacht. Und jetzt Marsch zurück ins Buch. Dort gibt es noch jede Menge Arbeit für dich!

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